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AK Regionale Lebensmittelversorgung

Der Arbeitsktreis Regionale Lebensmittelversorgung beschäftigt sich mit den Strukturen der lokalen Wertschöpfungskette Göttingens. Akteure aus verschiedenen Bereichen der Landwirtschaft, Wissenschaft, Verarbeitung, lokalen Vermarktungsverbänden und weiteren Initiativen treffen sich seit dem 19.11.20. Ziel ist das Erreichen eines Optimums an ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit für den Lebensmittelbereich in Göttingen.
Hier sollen Projekte der Vernetzung zwischen Produzent*innen & Konsument*innen, der Förderung von Absatzkanälen für regionale und ökologische Produkte und der Austausch über weitere Aspekte, wie faire und attraktive Arbeitsbedingungen innerhalb der Wertschöpfungskette, sowie die Klimarelevanz der regionalen Erzeugung und Verteilung entstehen.

Was bedeutet Regionalität für dich? – Einblicke in eine Verbraucher*innen-Befragung

Beim vergangenen AK-Treffen gewährte uns Dr. Sarah Kühl, Mitarbeiterin am Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Universität Göttingen, erste Einblicke in die Forschungsergebnisse zur Modellregion „Nachhaltige Nutztierhaltung Südniedersachsen“.

Die Universität Göttingen begleitet als Forschungspartnerin das vom Landvolk Göttingen koordinierte Projekt. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Vermarktungsstrategien der tierischen Produkte der Erzeuger*innen, die durch das Projekt begleitet werden. Um Erzeugnisse einer nachhaltigen Nutztierhaltung zu vermarkten sind die Erwartungen und Wünsche der Verbraucher*innen zu hinterfragen. 

Mit einer ersten Verbraucher*innen-Befragung durch Dr. Sarah Kühl sollten die Erwartungen der Verbraucher*innen an eine nachhaltige landwirtschaftliche Haltung von Kühen, Schweinen und Hühnern erfragt werden. Ihre vorläufigen Ergebnisse stellte sie uns in kleiner Runde vor. 

Wir erfuhren spannende Details über das Kaufverhalten der Verbraucher*innen: Für die meisten Konsument*innen gilt ein Produkt als regional erzeugt, wenn es im Umkreis von 50-70km hergestellt wurde. Vor allem Produkte wie Eier, Fleisch und Gemüse werden bevorzugt regional nachgefragt.

Die Befragung zeigt auch, dass ökologisch erzeugtes Fleisch andere Assoziationen hervorruft als regionales Fleisch. 

In der weiteren Diskussion fiel besonders auf, wie weit sich das Einkaufsverhalten auf die Supermärkte beschränkt und man bei der Erarbeitung von Vermarktungsstrategien für tierische Produkte den Lebensmitteleinzelhandel mit einbeziehen muss.

 

Die Studie bildet ein gutes Fundament, um das Projekt in der Modellregion Südniedersachsen erfolgreich zu begleiten und zukunftsfähige Vermarktungsstrategien zu entwickeln und zu etablieren. Hierbei können dann besonders die Wünschen der Konsument*innen mit einbezogen werden. 

Wichtig zu erwähnen ist dabei, dass eine solche Umfrage ein Idealbild widerspiegelt. Wie so oft gibt es zwischen dem “Wollen” und “Machen” noch Unstimmigkeit. 

 

Die nächsten Befragungen auf der Seite der Produzent*innen sind in Arbeit. Dr. Sarah Kühl wird uns weiter auf dem Laufenden halten und Anna-Marie Bürger vom Landvolk Göttingen wird uns im Arbeitskreis weitere Einblicke aus dem Projekt geben. 

An dem Abend diskutierten wir mit weiteren Akteur*innen aus der Landwirtschaft, der Landwirtschaftskammer und weiteren Beteiligten aus dem Göttinger Ernährungssystem. 

 

Interessiert dich das Thema “regionale Lebensmittel” ?

Bist du neugierig, wie die Zukunft unserer regionalen Landwirtschaft aussehen kann und möchtest sie mitgestalten?

Dann sei bei unserem nächsten Arbeitskreistreffen dabei! Wir treffen uns jeden ersten Montag im Monat um 18:30 Uhr. Melde dich einfach per Mail und wir schicken dir den Link für die Videokonferenz zu.

 

Wie viele Eier isst du im Jahr? Und was hat der regionale Apfel mit den Insekten zu tun?

Bei unserem letzten Arbeitskreistreffen „Regionale Lebensmittelversorgung“ haben wir einen ausführlichen Einblick in die Mosterei Malus in Silkerode erhalten. Die zukünftigen Chefs der Mosterei, Jenny und David, informierten uns als AK über die Herausforderungen der Apfelsaft Produktion und dessen Vermarktung.

Wusstest du schon, dass du mit regionalem Apfelsaft die Artenvielflat in deiner Region unterstützt?

Die Mosterei presst ausschließlich Saft von Apfelbäumen der Region. Der weiteste liegt 57 km von der Mosterei entfernt. Die Apfelbäume prägen nicht nur das Landschaftsbild, sondern bieten auch zahlreichen Insekten ein Zuhause. Da die Mosterei Wert darauf legt, keine Äpfel von pflanzenschutzmittel-behandelten Bäumen anzunehmen, wird somit noch mehr Artenschutz garantiert.

Nachhaltigkeit in der Flasche und durch die Flasche! Die Säfte werden in Mehrwegflaschen abgefüllt. Das ist nicht nur ein Wiedererkennungsmerkmal, sondern auch ressourcenschonend.

 

Und, hast du überschlagen wie viele Eier du isst?

Im Schnitt verbraucht der Deutsche 233 Eier pro Jahr! Natürlich nicht nur in gekochter Form, denn Eier findest du auch in weiterverarbeiteten Produkten, wie Kuchen, Mayonnaise oder in den Eiernudeln von Familie Schridde.

Laura Schridde nahm uns mit in die Direktvermarktung und ihre Herausforderungen. In ihrem kleinen Verkaufstand in Förste können Vorbeifahrende und  Stammkunden Eier und selbstangebaute Kartoffeln kaufen. Hier kommt man mit den Verbrauchern in Kontakt! Die Vermittlung von Wissen über die Landwirtschaft liegt  Laura und ihrer Mutter Ulrike Schridde besonders am Herzen. So wie ihre Hühner!

Diese haben es echt gut. Sie wohnen in einem Wohnmobil! Ja wirklich! In Eigenregie baute Opa Helmut den alten Wohnwagen um, gut recycelt! In ihm finden 104 Hennen Platz. Die restlichen Hennen fühlen sich in den zwei Hühnermobilen wohl.

Die Hühner müssen täglich versorgt werden, Eier ausgenommen und zum Sonnenuntergang müssen die Türen vor dem Fuchs verschlossen werden. Besonders bei Familie Schridde ist, dass die Kartoffeln teils noch per Hand aus der Erde gelesen werden. Das ist anstrengend aber auch wunderschön, so Laura.

So viel erstmal von uns. Wir freuen uns euch beim nächsten Arbeitskreis willkommen zu heißen.

Freut euch auf die nächsten Vorträge!