Rückblick Regio Challenge Göttingen 2026

27. Sep. 2026

Im September standen regionale Lebensmittel im Rampenlicht: Vom 1. bis 20. September haben wir vom Ernährungsrat gemeinsam mit der Öko-Modellregion Göttingen die Regio Challenge unter dem Motto „Iss, was um die Ecke wächst“ veranstaltet. Über 40 Teilnehmende – sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen – haben ihren Blick gezielt auf die Herkunft ihrer Lebensmittel gerichtet und dabei spannende Erfahrungen gesammelt.

Was heißt eigentlich regional?

„Mit Kartoffeln aus der Region kommt man eigentlich immer weiter, Milch und Milchprodukte und jetzt auch Brot haben wir seit Jahrzehnten von Füllgrabes. Auch Salate, Gemüse und Brot sind kein Problem, wobei da auch die Frage ist, woher kommt das Getreide.“

„Ist für die Regionalität der Ort des Wachstums oder der Ort der Verarbeitung entscheidend? Es ist schon interessant, durch welche räumlichen Distanzen wir uns allein in Deutschland essen: Woher kommt das Futter, was die Hühner von Freunden fressen, deren Eier wir kaufen? Und Zucker – ich musste Marmelade kochen. Biozuckerrüben gibt es schon in der Region, aber keine Zuckerfabrik.“

Auch die Gruppe des internationalen Mittwochskochens im Göttinger Waageplatzviertel hat sich mit über 40 Personen an der Regio Challenge beteiligt. Das Orga-Team war bei der Menügestaltung besonders kreativ. Brot und Gemüse kamen als Spenden vom Brothof Waake sowie von den SoLaWis in Dramfeld und Hebenshausen. Pfeffer wurde kurzerhand durch Peperoni ersetzt. Eine besondere Herausforderung war der Nachtisch mit Äpfeln:

„Aufgabe: Welches Süßungsmittel? Da wir unser RegioDinner hauptsächlich vegan zubereiten wollten, fiel Honig dafür aus. Zucker aus regionalem Anbau ist auch nicht verfügbar, da die regionalen Zuckerrüben entweder in Nordstemmen oder Wabern verarbeitet werden. Was nun? Weintrauben aus dem eigenen Garten haben wir im Mixer zerkleinert und dann über einige Stunden zu einem Sirup eingekocht. Ein zugefügter Apfel brachte genügend Pektin, dass eine prima sirupartige Konsistenz erreicht wurde. So gab es: Geschmorte Äpfel mit Traubensirup mit gerösteten Haferflocken (vom Gutshof Klein Schneen) bestreut. Zugegeben brachten die Trauben nicht nur eine angenehme Süße mit, sondern auch noch eine gute Säure… lecker war’s trotzdem.“

„Auch während des Essens war das Thema Regionalität noch an den Tischen präsent und Menschen haben sich über mögliche Einkaufsquellen rege ausgetauscht. Und geschmeckt hat es allen!“

Regional, rein pflanzlich und ohne viel Verpackung

Die Initiative Veggitag Göttingen e. V. hat in Kooperation mit dem Stadtteilbüro Leineberg ein veganes Regio-Dinner zum Mitkochen angeboten. „Rein pflanzlich, also vegan sollte es sein, mit möglichst wenig Verpackung auskommen und als niedrigschwelliges Angebot andere in einem Stadtteilzentrum Göttingens zum Mitkochen einladen. Gar nicht so einfach, eine Menüfolge aufzustellen, die allen diesen Zielen gerecht wird, dabei nur auf regionale Produkte zurückgreift und auch noch unter dem von dem Stadtteilzentrum vorgegebenen Preislimit von 5 Euro pro Mitkochendem bleibt. Schließlich sollten alle mitkochen können, die mitkochen wollten. Und dann sollten die einzelnen Gänge auch noch lecker sein und richtig appetitlich aussehen.“

Gekocht wurde schließlich ein Vier-Gänge-Menü: Bruschetta auf geröstetem Backhaus-Baguette, Kürbissuppe mit Lauch und Calendula, spätsommerliche Dinkelreis-Gemüse-Pfanne sowie Mohn-Pancakes mit Apfel-Zwetschgen-Kompott. Das Gemüse kam aus dem eigenen Garten, vom Bio-Lieferservice Lotta Karotta oder vom Wochenmarkt. Kichererbsen, Dinkelreis und Mohn stammten vom Hofgut Klein Schneen.

Preisverleihung auf dem Gänseliesel-Fest

Unter allen Teilnehmenden wurden Präsentkörbe mit tollen regionalen Produkten verlost. Diese könnten während des Gänseliesel-Fests am 27.9. am Gemeinschaftsstand des Ernährungsrats, der Öko-Modellregion und des GiW-Projekts „Göttingens Ernährungs im Wandel abgeholt werden. Gemeinsam mit der Öko-Modellregion haben wir regionale Lebensmittel ins Rampenlicht gestellt. Die Gäste konnten Ihr Wissen zu Obst- und Gemüseblüten testen sowie Getreide und Hülsenfrüchte den verschiedenen Pflanzen zuordnen. Besonders anschaulich wurde unsere regionale Vielfalt auf unserer Landkarte mit regionalen Bio-Betrieben, die auch hier auf dem > Freizeitportal Göttinger Land der Öko-Modellregion zu finden sind.

Herzlicher Dank für die Unterstützung der Regio Challenge geht insbesondere an:

Wissenswertes zur Regio Challenge

Ziel der Regio Challenge ist es, bewusst Lebensmittel aus der eigenen Region zu konsumieren. Dabei geht es weniger um Verzicht als darum, das Bewusstsein für die Herkunft der Lebensmittel auf dem eigenen Teller zu schärfen: Welches Obst und Gemüse hat im September Saison? Welche Bäckereien backen tatsächlich noch selbst? Welche Produkte werden in unserer Region produziert – und welche Menschen stehen dahinter? Während des Aktionszeitraums wurden alle Teilnehmenden per Mail mit passenden Informationen versorgt – etwa zu Einkaufsmöglichkeiten, Rezepten oder zur Vielfalt von Erbsen, Linsen und anderen Hülsenfrüchten. Auch die Bedeutung regionaler als auch bio-regionaler Produktion wurden von verschiedenen Seiten beleuchtet.

Begleitet wurde die Regio Challenge von zahlreichen Veranstaltungen: einem Erntefest mit Bauernmarkt, verschiedenen Betriebsbesichtigungen – etwa bei unserem Bio-Großhandel Naturkost Elkershausen –, einem Kinoabend sowie einer Ernährungsdiskussion über regionale Produkte in der Gemeinschaftsverpflegung. Dabei kamen Akteur*innen unserer lokalen Ernährungslandschaft mit Kandidat*innen der Kommunalwahl ins Gespräch.

Produkte aus der Region
Präsentkorb Regio Challenge
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