Positionspapier der Ernährungsräte Niedersachsens zur Kommunalwahl 2026, März 2026
Ausgangspunkt: Es ist viel in Bewegung – jetzt kommt es auf Umsetzung an
In Niedersachsen ist Ernährungspolitik längst kein Randthema mehr. Mit der Niedersächsischen Ernährungsstrategie und neu dem Fokusheft Ernährungsarmut liegen fundierte Analysen, Zielbilder und Handlungsempfehlungen vor. Gleichzeitig engagieren sich Ernährungsräte, Initiativen, landwirtschaftliche Betriebe, Unternehmen und viele weitere Akteur*innen bereits aktiv für eine nachhaltige, faire und regionale Ernährungsversorgung.
Was bislang oft fehlt, ist nicht Erkenntnis – sondern Koordination, Verbindlichkeit und Umsetzung in der Fläche.
Kommunen spielen eine zentrale Rolle für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem:
Hier werden Entscheidungen getroffen, die direkten Einfluss auf Ernährungssysteme haben – von der Gemeinschaftsverpflegung über Wirtschaftsförderung bis hin zu Bildung, Planung und sozialer Infrastruktur.
Das Ziel der Ernährungsräte ist es, die bestehenden Ansätze zusammenzuführen und Ernährung als kommunale Gestaltungsaufgabe systematisch zu verankern.
Unsere zentrale Botschaft
Die Grundlagen für ein nachhaltiges und faires Ernährungssystem sind gelegt. Jetzt geht es darum, gemeinsam ins Handeln zu kommen. Dafür braucht es:
- klare Zuständigkeiten für Ernährungsthemen in Kommunen
- bessere Zusammenarbeit über Fachbereiche hinweg
- stärkere Verknüpfung von Landwirtschaft, Verarbeitung, Gemeinschaftsverpflegung und Verwaltung
- und verlässliche Rahmenbedingungen für regionale Wertschöpfung
Kommunale Handlungsspielräume realistisch einordnen
Viele Kommunen stehen aktuell unter erheblichem finanziellem Druck. Steigende Pflichtaufgaben, wachsende soziale Herausforderungen und begrenzte Haushaltsmittel führen dazu, dass politische Gestaltungsspielräume häufig eingeschränkt sind. Dies betrifft auch den Bereich Ernährung: Investitionen in Gemeinschaftsverpflegung, regionale Wertschöpfung oder Koordinationsstrukturen konkurrieren mit anderen dringenden Aufgaben.
Wir sehen dieses strukturelle Problem ausdrücklich. Kommunen tragen hier Verantwortung, haben aber nicht immer die notwendigen finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen, um ambitionierte Maßnahmen eigenständig umzusetzen. Umso wichtiger ist es:
- dass Kommunen klare Prioritäten setzen und Ernährung als Querschnittsthema mitdenken,
- dass sie aktiv Strategien entwickeln und Kooperationen nutzen,
- und dass sie ihre Bedarfe gegenüber Land und Bund deutlich formulieren und einfordern.
Gleichzeitig sind Land und Bund gefordert, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Kommunen ihre Rolle in der Gestaltung nachhaltiger Ernährungssysteme tatsächlich wahrnehmen können.
Die zentralen Forderungen zur
- Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten
- gesunden, sozial gerechten und regional gestalteten Außer-Haus-Verpflegung
- Förderung von Angeboten zur Ernährungsbildung und Wertschätzung von Lebensmitteln
- Formulierung einer kommunalen Ernährungsstrategie
findet ihr hier.
Judith Busch, Stefanie Heidenreich, Tomasz Lachmann
Netzwerk Ernährungsräte Niedersachsen e.V.
Ansprechperson für Rückfragen:
Stefanie Heidenreich
Geschäftsführung Netzwerk Ernährungsräte Niedersachsen e.V.
0176 56082080 / info@ernaehrungsrat-niedersachsen.de
http://ernaehrungsrat-niedersachsen.de
Ernährungsräte vernetzen Akteure der Ernährungslandschaft aus der Region und stoßen eine Ernährungswende vor Ort an.
Spenden willkommen unter IBAN: DE95 4306 0967 1096 8592 00
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